Filmankündigung: Auf dem Schulweg

Am 18 November 2010 um 20.30 Uhr im Kino Pumpe, Haßstraße 22, 24103 Kiel

(Zwei Sprachen, ein Koffer)

Regie: Orhan Eskiköy – Özgür Doğan Kurdistan 2009 (91 min) kurdisch, türkisch meUt.

Gerade erst das Lehramtstudium absolviert, wird ein junger Mann in ein entlegenes kurdisches Dorf versetzt. Während seines einjährigen Aufenthaltes muss der junge Lehrer nicht nur mit dem Problem zurechtkommen, Schüler unterrichten zu müssen, die kein Wort türkisch können, sondern auch in einer Gemeinschaft zu leben, deren Kultur und Bräuche ihm völlig fremd sind. Der Film erzählt vom mühsamen Versuch des Lehrers, trotz unüberwindbar scheinender Kommunikationsprobleme immer wieder mit der Dorfbevölkerung in Dialog zu treten.

KURDISCHE FILMREIHE, alle Filme
(in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung SH)

Verteidigt die Meinungsfreiheit für ROJ TV!

40 Millionen Kurden in der ganzen Welt sehen und nutzen die Sendungen von ROJ TV. Das versucht die dänische Regierung auf Druck von der Türkei zu stoppen! ROJ TV ist das größte kurdische Medium und eines der größten Medien im Nahen Osten. Die Türkei drängt die dänische Regierung, ROJ TVs Sendelizenz einzuziehen, mit dem Kampf gegen den Terrorismus als Vorwand. Den Kurden geht es um Meinungsfreiheit, um Nachrichten und Kultur in einer Sprache zu verbreiten, die die türkische Regierung seit vielen Jahrzehnten unterdrückt. Am Dienstag, dem 19.10. in Kopenhagen vor dem Gericht, in dem das Urteil zu Roj TV gesprochen wird. (Was ist ROJTV)

Informationsveranstaltung zur aktuellen Lage im türkisch-kurdischen Konflikt und zur Rückkehrgefährdung von Flüchtlingen

Mittwoch, 3.11.2010 um 19.00 Uhr in Kiel in der Pumpe, Haßstr. 22

Die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei stagnieren seit langem. Die Türkei bemüht sich erneut um Annäherung z.B. mit der gerade über ein Referendum beschlossenen Verfassungsänderung, die den Einfluss des Militärs beschränken und demokratische Rechte ausweiten soll. Gleichzeitig eskaliert die Auseinandersetzung in der Kurdenfrage. Hunderte von Minderjährigen sitzen im Gefängnis ebenso wie gewählte kurdische Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Martin Dolzer, Soziologe und Autor des Buches „Der türkisch-kurdische Konflikt – Menschenrechte, Frieden und Demokratie in einem europäischen Land?“ beschäftigt sich seit Jahren wissenschaftlich mit der Türkei und der Kurdistanpolitik und hat an ahlreichen Delegationsreisen in die Türkei teilgenommen, zuletzt im Oktober dieses Jahres. Er berichtet aus erster Hand von der aktuellen Menschenrechtslage und thematisiert die Rolle Europas und Deutschlands auf dem Weg zu einer friedlichen Lösung des türkisch-kurdischen Konflikts.
In Deutschland und auch in Schleswig-Holstein leben zahlreiche vor allem kurdischstämmige Flüchtlinge aus der Türkei, viele von ihnen seit Jahren als anerkannte politische Flüchtlinge. Andere mit einem nach wie vor ungesichertem Aufenthaltsstatus.
Ein Rückübernahmeabkommen zwischen der EU und der Türkei ist in Vorbereitung. Was ein solches Abkommen für die Betroffenen angesichts der aktuellen Lage in der Türkei bedeutet, berichtet Astrid Willer vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. (Einladungsflugblatt)

Veranstalter:
Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
in Kooperation mit der AG Kurdistan-Solidarität Schleswig-Holstein
und der Deutsch-Kurdischen Gesellschaft e.V.

gefördert aus Mitteln des Europäischen Flüchtlingsfonds

Demonstration zum Jahrestag des internationalen Komplotts gegen Öcalan und Verbot des Kurdischen Fernsehsenders RojTV
am Freitag 8 Oktober 16.00 ab Kiel Wilhelmsplatz

Flugblat zum öffnen9oktoberundrojtv

Veranstaltung
mit dem Verein „Flüchtlingshilfe Sirnak e.V“
(im Rahmen der interkulturellen Wochen Kiel)

am 8 Oktober 19 Uhr in der Deutsch-Kurdischen Gesellschaft, Boninstr. 50, 24114 Kiel

Millionenfaches Flüchtlingselend
Im Zuge des Kampfes des türkischen Staates gegen die kurdische Guerilla zerstörte das türkische Militär über 4000 Dörfer und vertrieb über 3 000 000 Menschen (medico international). Die meisten dieser Flüchtlinge leben seither am Rande der größeren Städte der Türkei unter zum Teil erbärmlichen Umständen. Die Rückkehr in die Dörfer ist ihnen immer noch verwehrt. Die Zentralregierung in Ankara verweigert ihnen und den Kommunen weiterhin jegliche Hilfe – als ob es die Flüchtlinge nicht gäbe.

Die Kinder leiden am meisten
Unter diesen Lebensbedingungen leiden die Kinder am stärksten. In vielen Familien müssen sie von klein auf zum Lebensunterhalt der Familien durch Schuhputzen, ambulanten Straßenverkauf von Papiertaschentüchern, erbettelten Kugelschreibern, Kaugummis, Gemüse usw. beitragen.
Nicht wenige Zehnjährige arbeiten für ein paar Cent in Geschäften, Werkstätten und Restaurants oder als Boten. Ein hoher Prozentsatz dieser Flüchtlingskinder kann trotz Schulpflicht keine Schule besuchen, da die Familien kein Geld für eine Schuluniform (diese kostet rund 7 Euro), für Winterkleidung, Schulmaterial, Fahrtkosten oder regelmäßiges Essen aufbringen können.
Das Projekt „Flüchtlingskinder Sirnak“ will sich hier einmischen. Denn Kinder, die Analphabeten bleiben müssen, weil sie arm sind, werden um ihre Zukunft betrogen.
sirnak
Das Projekt wird vor Ort koordiniert und getragen von der dortigen Lehrergewerkschaft Egitim-Sen, einer Schwesterorganisation der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft).
Ein Vertreter des Vereins berichtet über die Fluchtursachen und die aktuelle Situation und eklatanten Menschenrechtsverletzungen in Sirnak* und den kurdischen Gebieten der Türkei.
Eine Vertreterin des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein berichtet anläßlich eines aktuellen Berichts von amnesty International über die Verhaftung von Kindern in der Türkei und über die Situation von Flüchtlingen aus der Türkei bei uns.

* türkische Schreibweise: Sirnak – wir verwenden hier die deutsche.
Sirnak (dt. Stadt Noahs, dessen Arche dort gelandet sein soll) liegt im Südosten, im kurdischen Teil der Türkei, in einer Höhe von 1320 m und umgeben vom hohen Cudi Gebirge. Bis Ende der 80er Jahre war Sirnak Markt-und Handelsplatz für die umliegenden kurdischen Dörfer sowohl auf türkischem wie irakischem Staatsgebiet.
Anfang der 90er Jahre vervierfachte sich die Zahl der Einwohner auf ungefähr 100 000. Die Hälfte der heutigen Einwohner sind Flüchtlinge aus den umliegenden Dörfern, ein Viertel sind Angehörige der Sicherheitskräfte – Militär und Polizei. Die Flüchtlinge leben in unzumutbar beengten Wohnverhältnissen, meistens ohne Wasseranschluss und anderer Infrastruktur. Nicht selten leben bis zu zehn Personen in einem Raum, weil sich mehrere Familien eine Wohnung teilen müssen. Da es wegen fehlender Industrie kaum Arbeitsplätze gibt, liegt die Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung unter ihnen bei 85%.

Internetseite des Vereins „Flüchtlingshilfe Sirnak e.V“: http://zarokensirnex.com/
Veranstalter: Deutsch-Kurdische Gesellschaft e.V. Boninstr.50, 24114 Kiel, Tel.: 0431/5355794, Fax: 0431/5355795,
Mail: dkgsh@gmx.de

Filmankündigung
14 Oktober / 20.30 Uhr, Film: Gefängnis Nr. 5 Cayan Demirel. 1980 – 1984. 100 Minuten, Ort: Pumpe Kiel

Cayan Demirel. Türkei 2009. 100 Min. Türkisch mit deutschen Untertiteln.
In dem Dokumentarfilm wird von Generalstabschef Kenan Evren, der den Militärputsch am 12. September 1980 in der Türkei anführte, und Sakine Cansiz, Führungskader der PKK, über diese Zeit erzählt. Während Evren über die Einrichtung des berüchtigten Gefängnisses in Diyarbakir berichtet, bringt Cansiz die dort erlittene Folter zur Sprache. Ebenfalls zu Wort kommen die Zeitzeugen Ahmet Türk, der kürzlich als Vorsitzender der mittlerweile verbotenen DTP mit einem politischen Betätigungsverbot belegt wurde, sowie Tarik Ziya Ekinci, Feridun Yazar und andere.
gefängnisnr5

Derhêner: Çayan Demirel
Kurdistan, Tirkiye 2009 (100 deq.)
tirk ObbNvs elmanî

Di vî belgefîlmê de behsa cunta ya 12. Êlûnê 1980 yê ku di bin fermandariya serleşkerê ewlehiya Tirkî yê Kenan Evren de pêkhat, tê kirin. Bi hêza vê cuntayê bi hezeran Kurd xistin zîndanan û Kurdistan hate wêran kirin. çend şexsiyetên (wek; Sakîne Cansiz, Ahmet Turk, Tarik Ziya Ekinci û Ferîdun Yazar) Kurd ku para xwe ji zîndan û êşkence kirina vê demê girtine, li ser dema wehşetê diaxifin û jindariyên xwe bi temaşevanan re parve dikin.
Karîkatûrên Zulfîkar Tak bi wêneyan êşkenceyên wê demê pêşkêşê sînemahezan dike.
Derhêner Çayan Demirel beşdarvan e.

Für eine Welt ohne Krieg!

Der 1. September wird seit über 50 Jahren in der Bundesrepublik als Antikriegstag begangen. Im Rahmen der Kampagne TATORT Kurdistan organisieren Solidaritätskomitees zusammen mit YEK-KOM und deren Mitgliedsvereinen überall in Deutschland Kundgebungen, Demonstrationen und andere Veranstaltungen. Während in der Region Kurdistan seit Jahrzehnten Widerstand geleistet wird, ziehen deutsche Unternehmen und die Regierung in Form von Rüstungsexporten oder der Finanzierung und dem Bau von Staudämmen nahezu unbehelligt ihre Profite aus diesem Krieg. Die Bundesregierung arbeitet mit der türkischen Regierung zusammen, wenn es um Auslieferungsanträge oder Rückführungs­abkommen kurdischer Flüchtlinge geht. Solche Machenschaften müssen dort, wo sie zutage treten, genauso wie dort, wo sie entstehen, beleuchtet werden, müssen aufgezeigt, kritisiert und verhindert werden. Die Kampagne TATORT Kurdistan hat zum Ziel, die Verantwortung und die Rolle deutscher Unternehmen und der Bundesregierung sichtbar zu machen.
Das kurdische Volk ist selbst im 21. Jahrhundert immer noch einer systematischen Verfolgung und Unterdrückung ausgesetzt. Ihnen wird ein freies Leben unter Anerkennung ihrer Identität verwehrt. Der türkische Staat führt weiterhin zusammen mit dem Militär einen erbarmungslosen Krieg, der tagtäglich zahlreiche Opfer kostet. Das Militär schreckt auch nicht zurück, international geächtete chemische Waffen einzusetzen. In den vergangenen Wochen erhärteten sich Berichte, dass bei den Angriffen auf die kurdische Guerilla Chemiewaffen zum Einsatz kamen. Der Durst der Herrschenden nach Krieg und Vernichtung macht selbst vor der Natur kein Halt. Die Wälder von Kurdistan brennen wieder seit Monaten, das Weltkulturerbe Hasankeyf ist durch den Bau eines Staudammes am Tigris von der Überflutung bedroht. Der Staat nimmt der kurdischen Bevölkerung jegliche Lebensgrundlage und zwingt sie zu Flucht und Migration, wo sie wiederum einer Verfolgung ausgesetzt sind.
Daher trägt der Antikriegstag für uns Kurdinnen und Kurden eine besondere Bedeutung. Die EU-Staaten, allen voran Deutschland sind aufgerufen in Hinblick auf die universellen Rechte der Menschen, und den international geschlossenen Konventionen, deren auch die Türkei unterliegt, den seit über 30 Jahren geführten Krieg in Kurdistan und die begangenen Kriegsverbrechen nicht weiter zu unterstützen.
Die kurdische Freiheitsbewegung hat erneut eine einseitige Waffenruhe ausgerufen. Jeder einzelne kann und sollte seinen Beitrag für einen Frieden in Kurdistan, in Afghanistan und auf der ganzen Welt leisten. Als Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland, YEK-KOM fordern wir eine Lösung der kurdischen Frage durch Dialog und unterstützen die vom Demokratischen Gesellschaftskongress aufgerufene „Demokratische Autonomie“ in Kurdistan. Die Liebe zur Freiheit und für ein Leben in Würde und Frieden ist das was uns antreibt.
Die Überwindung des gesellschaftlichen Chaos den die Menschheit durchlebt, ist nur durch die Solidarität aller organisierten und emanzipierten Völker möglich. Lassen sie uns die Freundschaft und die Friedensbemühungen zwischen den Völkern stärken. Für eine demokratische, ökologische, und gerechtere Welt ohne Diskriminierung der Geschlechter, in der sich ein Mensch und die Menschheit politisch, ökonomisch und kulturell selbst bestimmen können.
Hoch lebe die internationale Solidarität für eine gerechte, friedfertige und saubere Welt ohne Krieg, ohne Rassismus und ohne Diskriminierung!
YEK-KOM
Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland
Düsseldorf, 01.09.2010


KAMPAGNE TATORT KURDISTAN FLUGBLATT 1. September

ausstellungtextgross

Text und Bilder der Ausstellung

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