Die ermordeten Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfern zu ehren, heißt ihren Kampf fortzusetzen!

Vor 95 Jahren – im Januar 1916 – prangerte der Sozialist Karl Liebknecht im Deutschen Reichstag „die Ausrottung der türkischen Armenier“ durch
die Jungtürken und die mit ihnen verbündeten deutschen Militärs an.
Liebknecht wurde von anderen Abgeordneten niedergebrüllt und ihm vom Reichstagspräsidenten das Wort entzogen. Zuvor hatte Liebknecht mehrfach als einziger Abgeordneter gegen die Kriegskredite gestimmt, während selbst die SPD mehrheitlich den imperialistischen Krieg unterstützte.
Die Marxistin Rosa Luxemburg hatte in ihren Schriften immer wieder die Machenschaften des deutschen Imperialismus weltweit entlarvt. „Das
wichtigste Operationsfeld des deutschen Imperialismus wurde die Türkei, sein Schrittmacher hier die deutsche Bank und ihre Riesengeschäfte in
Asien, die im Mittelpunkt der deutschen Orientpolitik stehen“, schreib sie während des ersten Weltkrieges und klagte die Auspressung der
anatolischen Bauern durch das deutsche Kapital beim Bau der Bagdadbahn an.
Als konsequente Sozialisten und Kriegsgegner hatten sich Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht den Hass der der Militärs, Fürsten und Kapitalisten aber auch der rechten Sozialdemokratie zugezogen. Auf bestialische Weise wurden sie auf Weisung des sozialdemokratischen Reichswehrministers Gustav Noske am 15. Januar 1919 in Berlin von faschistischen Banden ermordet. Alljährlich am zweiten Januarwochenende gedenken ihnen seitdem Zehntausende Linke unterschiedlicher Strömungen.
So wie die Gründer der Kommunistischen Partei Deutschlands, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, wurden vor 90 Jahren im Januar 1921 Mustapha Suphi und 14 weitere Mitglieder der Kommunistischen Partei der Türkei von kemalistischen Agenten im Schwarzen Meer ermordet. Diese Morde waren der Beginn einer bis heute andauernden Kette von Morden „unbekannter Täter“ des „tiefen Staates“ an Tausenden sozialistischen kurdischen Aktivistinnen und Aktivisten in der Türkei wie den Gründungsmitgliedern der PKK Mazlum Dogan, Kemal Pir und Hayri Durmus, die als antifaschistische Widerstandskämpfer unter der Militärdiktatur 1982 im Gefängnis von Diyarbakir ihr Leben ließen

Auch ihnen wollen wir am 9.Januar gedenken.

Die ermordeten Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfern zu ehren, heißt ihren Kampf fortzusetzen!

Sonntag 9.Januar 2011 um 10.00 Uhr vom U-Bhf. Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde

Quellen: Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin..u.a..

Filmankündigung

15 Dezember: 20.30 Uhr Kurdischer Film in der Pumpe Haßstraße 22 um 20.30 Uhr:

Die Veranstaltungsreihe „Kurdische Filme im Kommunalen Kino Kiel“ ist eine Kooperation der Deutsch-Kurdischen Gesellschaft e.V., Kurdistansolidarität S.-H und der Rosaluxemburg – Stiftung Schleswig – Holstein

Berxwedan: Resistance und Jinen dengbeej: Sängerinnen

Orsola Casagrande, Bibi Bozzato. Italien 2007. Türkisch u. Kurmanci mit englischen Untertiteln. 40 Min. Der Dokumentarfilm porträtiert die kurdische Band Koma Berxwedan und wurde von der italienischen linken Tageszeitung Il Manfesto produziert. Er ist gleichzeitig die Geschichte des kurdischen Befreiungskampfes. Koma Berxwedan ist eine der interessantesten und experimentierfreudigsten Bands in der kurdischen Musikszene.
komaberxwedan

Die Band hat immer eine starke politische Aussage in ihrer Musik gelegt. Es ist kein Zufall, daß einige Mitglieder der Gruppe sich der kurdischen Guerilla in den Bergen angeschlossen haben. Einige haben auch ihr Leben verloren. Andere wurden gezwungen im Exil zuleben. Andere arbeiten noch immer in Kurdistan trotz aller Schwierigkeiten und Repression.
Vorfilm:
Jinen dengbeej / Sängerinnen
Regie: Kollektiv von Atölyemor. Nordkurdistan (Türkei) 2006. Kurmanci mit engl. Untertiteln. 22 Min. Abgeschnitten von der geschriebenen Kultur, haben kurdische Frauen ihre Erfahrungen und Geschichten von Generationen zu Generationen mündlich weitergegeben, über Geschichtenerzählen und Lieder
dengbej

Der Film präsentiert die Erfahrungen dieser Frauen, die versuchen eine bedrohte Kultur am Leben zu halten in Opposition zu ihren Communities und Familien.

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